Ehrlicher Fussball im Schatten der Zeche
Menü
1. Mannschaft
Montag, 07.09.2026 15:44 Uhr | David Schneller

RWA-Kapitän Ilias Anan gewinnt den Socca World Cup

Großer Erfolg für Ilias Anan: Der Kapitän von Rot Weiss Ahlen hat mit der deutschen Kleinfeld-Nationalmannschaft den Socca World Cup 2026 gewonnen. Beim Turnier am Essener Kennedyplatz setzte sich die deutsche Auswahl bis ins Finale durch und bezwang dort Brasilien mit 3:1. Für Anan endet damit eine besondere Reise mit dem Weltmeistertitel – während der Offensivspieler aufgrund seiner Teilnahme am Turnier zuletzt bei den Pflichtspielen der Rot-Weissen fehlte.

Seit dem 28. August stand Essen ganz im Zeichen des internationalen Kleinfeldfußballs. Insgesamt 48 Nationen kämpften beim Socca World Cup um den Titel. Mittendrin war auch ein Rot-Weisser: Ilias Anan, der erst im Sommer von der SG Wattenscheid 09 nach Ahlen gewechselt war und bei RWA das Amt des Mannschaftskapitäns übernommen hat.

Anan gehörte zum deutschen Aufgebot und stellte sich damit einer durchaus anderen Form des Fußballs. Auf dem kleineren Feld, ohne Abseits und mit fliegenden Wechseln sind schnelle Entscheidungen, technische Qualität und vor allem das Spiel auf engem Raum gefragt. Eigenschaften, die durchaus zum Spielstil des Ahlener Offensivspielers passen.

Anan selbst beschrieb die Anforderungen während des Turniers als eine Art Rückkehr zu seinen fußballerischen Anfängen: Der Kleinfeldfußball erinnere ihn mit seiner Dynamik und den vielen direkten Duellen an den klassischen Bolzplatz. Am Ende sollte die Reise für ihn und die deutsche Auswahl bis zum größtmöglichen Erfolg führen.

Souverän durch die Gruppenphase

Deutschland startete in einer Gruppe mit Argentinien, Tschechien und Indonesien in das Turnier und löste souverän das Ticket für die K.-o.-Phase. Mit zunehmender Turnierdauer wurde die Konkurrenz größer. Deutschland setzte sich jedoch auch dort durch. Auf dem Weg ins Endspiel wurden nacheinander Serbien, Dänemark und Frankreich ausgeschaltet.

Im Halbfinale wartete schließlich Polen. Auch diese Hürde nahm die deutsche Mannschaft und machte damit den Einzug in das große Finale perfekt. Dort wartete mit Brasilien ein Gegner, der selbst bereits Erfahrung mit dem Gewinn eines Socca World Cups hatte. Die Seleção hatte sich 2022 in Budapest den Titel gesichert. Deutschland wiederum war 2018 bereits einmal Kleinfeld-Weltmeister geworden. Damit war alles für ein hochkarätiges Finale am Kennedyplatz angerichtet.

Brasilien erwischt den besseren Start

Das Endspiel begann zunächst mit Vorteilen für die Brasilianer. Bereits nach wenigen Minuten übernahm die Seleção die Spielkontrolle und setzte Deutschland unter Druck. In der achten Minute wurde die gute Anfangsphase belohnt: Brasilien ging mit 1:0 in Führung.

Deutschland benötigte einige Minuten, um sich von dem Rückstand zu erholen, arbeitete sich anschließend aber immer besser in die Begegnung. Die deutsche Auswahl erspielte sich mehrere hochkarätige Möglichkeiten, ließ zunächst jedoch die notwendige Effizienz vor dem gegnerischen Tor vermissen. Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto stärker wurde Deutschland. Und unmittelbar vor dem Seitenwechsel sollte die Partie schließlich komplett kippen.

Deutschland dreht das Finale innerhalb kürzester Zeit

In der 19. Minute bot sich Deutschland zunächst eine gute Freistoßgelegenheit. Wenig später fiel tatsächlich der 1:1-Ausgleich. Doch damit nicht genug. Noch in der 20. Minute schlug die deutsche Mannschaft ein weiteres Mal zu und stellte das Endspiel innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf. Aus einem 0:1-Rückstand wurde unmittelbar vor der Halbzeit eine 2:1-Führung. Nach dem Seitenwechsel setzte Deutschland seinen starken Auftritt fort. Brasilien wirkte zunehmend verunsichert, während die deutsche Auswahl defensiv kompakt verteidigte und offensiv immer wieder gefährliche Nadelstiche setzte.

Auch die Kulisse am Kennedyplatz trug ihren Teil dazu bei. Die deutsche Mannschaft wurde von den Zuschauern lautstark unterstützt und verteidigte ihren knappen Vorsprung mit großem Einsatz.

In der 30. Minute wurde die Aufgabe für Brasilien zusätzlich schwieriger. Nach einer Gelben Karte musste die Seleção aufgrund des Kleinfeld-Reglements für zwei Minuten in Unterzahl agieren.Brasilien gab sich dennoch nicht geschlagen und zwang den deutschen Torhüter in der Schlussphase noch mehrfach zu starken Paraden.

Zwei Minuten vor dem Ende fiel schließlich die Entscheidung. Deutschland erhöhte in der 38. Minute auf 3:1 und war dem Weltmeistertitel damit ganz nah. Die letzten Minuten brachte die deutsche Mannschaft über die Zeit – dann war es geschafft: Deutschland ist Socca-Weltmeister 2026! Nach dem Titelgewinn 2018 ist es der zweite deutsche Triumph bei einer Kleinfeld-Weltmeisterschaft. Für Ilias Anan ist es gleichzeitig ein ganz besonderer persönlicher Erfolg.

Vom Wersestadion auf die internationale Kleinfeldbühne

Für den 28-Jährigen waren die vergangenen Tage damit außergewöhnlich. Während seine Mannschaftskollegen in der Westfalenliga und im Westfalenpokal gefordert waren, vertrat Anan die deutschen Farben beim internationalen Kleinfeld-Turnier in Essen. Aufgrund der Teilnahme am Socca World Cup stand der RWA-Kapitän bei den vergangenen Pflichtspielen seiner Rot-Weissen nicht zur Verfügung. Unter anderem fehlte er beim Westfalenpokal-Aus in Ibbenbüren sowie bei der 0:3-Niederlage beim SC Herford. Auch beim deutlichen 6:1-Heimerfolg gegen den FC Kaunitz konnte Anan aufgrund seiner Verpflichtungen beim Turnier nicht für RWA auflaufen.

Nun endet seine Abwesenheit mit einem Titel, den man nicht alle Tage gewinnt. Neben Anan gehörte unter anderem auch der ehemalige Bundesliga-Profi Max Kruse zur deutschen Auswahl. Für den Ahlener Kapitän bot das Turnier damit die Möglichkeit, gemeinsam mit Spielern aus unterschiedlichen Bereichen des deutschen Fußballs auf internationaler Bühne anzutreten.

Der Modus unterscheidet sich dabei deutlich vom klassischen Fußball im Wersestadion. Das kleinere Spielfeld, fehlendes Abseits, fliegende Wechsel und die wesentlich kürzere Spielzeit sorgen für ein hohes Tempo und zahlreiche direkte Eins-gegen-eins-Situationen. Genau darin konnte Anan seine technischen Fähigkeiten und seinen Instinkt auf engem Raum einbringen.

Auch Steven Kodra international im Einsatz

Ilias Anan war beim Socca World Cup allerdings nicht der einzige Rot-Weisse auf internationaler Bühne. Auch Steven Kodra nahm an der Kleinfeld-Weltmeisterschaft in Essen teil und lief dabei für die albanische Nationalmannschaft auf. Für Kodra war das Turnier ebenfalls eine besondere Erfahrung. Im albanischen Aufgebot traf er dabei auf ein aus Ahlener Sicht bekanntes Gesicht: Gemeinsam mit ihm stand Bernad Gllogjani für Albanien auf dem Platz. Gllogjani trug in der Vergangenheit selbst das Trikot von Rot Weiss Ahlen.

Während Anan mit der deutschen Auswahl den Weg bis ins Finale erfolgreich fortsetzen und schließlich den Weltmeistertitel feiern konnte, endete das Turnier für Kodra, Gllogjani und die albanische Nationalmannschaft vorzeitig mit dem Ausscheiden.

Damit waren beim diesjährigen Socca World Cup gleich zwei Spieler aus dem aktuellen Kader von Rot Weiss Ahlen für ihre jeweiligen Nationen im Einsatz – Ilias Anan für Deutschland und Steven Kodra für Albanien. Für Anan endete die Reise mit dem größtmöglichen Erfolg. Nach dem 3:1-Finalsieg gegen Brasilien darf sich unser Kapitän nun Socca-Weltmeister 2026 nennen.

Herzlichen Glückwunsch, Ilias, zum Weltmeistertitel – und ebenso Respekt an Steven für seinen Einsatz im Trikot der albanischen Auswahl!