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1. Mannschaft
Donnerstag, 27.08.2026 13:41 Uhr | David Schneller

Pokalaus abhaken, Reaktion zeigen: RWA vor Auswärtsaufgabe

Nur wenige Tage nach dem bitteren Aus in der zweiten Runde des Krombacher Westfalenpokals ist Rot Weiss Ahlen bereits wieder in der Westfalenliga gefordert. Am Sonntag gastiert die Mannschaft von Cheftrainer Engin Yavuzaslan beim Aufsteiger SC Herford. Anstoß ist um 15:00 Uhr. Nach dem enttäuschenden 0:1 bei der Ibbenbürener Spvg. erwartet die Rot-Weissen eine direkte Reaktion – gegen einen selbstbewussten Aufsteiger, der zuletzt sowohl in der Liga als auch im Kreispokal überzeugen konnte.

Manchmal bietet der Fußball kaum Zeit, eine Enttäuschung lange mit sich herumzutragen. Für Rot Weiss Ahlen dürfte das in diesen Tagen durchaus von Vorteil sein. Nach dem Pokalaus am Mittwochabend in Ibbenbüren richtet sich der Blick bereits auf die nächste Aufgabe: Am Sonntag geht es in der Westfalenliga beim SC Herford wieder um drei Punkte. Dabei wird es für die Mannschaft darum gehen, eine klare Reaktion auf einen Abend zu zeigen, der so nicht eingeplant war.

Später Nackenschlag beendet die Pokalreise

Ibbenbürener Spvg.

1. Herren

1:0 (0:0)

RW Ahlen

1. Mannschaft

90'
Tor
Tor

Die Ausgangslage vor der zweiten Runde des Westfalenpokals war eindeutig. Nach dem 4:1-Erfolg beim SC Münster 08 zum Auftakt wollte RWA auch bei der Ibbenbürener Spvg. seiner Favoritenrolle gerecht werden und das Ticket für Runde drei lösen. Doch genau das gelang nicht. Die Rot-Weissen fanden über weite Strecken der Begegnung nicht zu dem Fußball, der sie in den ersten Wochen der Saison ausgezeichnet hatte. Ibbenbüren hielt dagegen, machte RWA das Leben schwer und schaffte es, die Partie bis tief in die Schlussphase völlig offen zu gestalten.

Aus Ahlener Sicht fehlten über weite Strecken Tempo, Konsequenz und die notwendige Durchschlagskraft, um die Begegnung auf die eigene Seite zu ziehen. So verstrichen die Minuten, ohne dass sich RWA entscheidend absetzen konnte. Als sich vieles bereits auf eine Verlängerung eingestellt hatte, folgte der endgültige Nackenschlag: In der 90. Minute erzielte die Ibbenbürener Spvg. das 1:0. Für eine Antwort blieb praktisch keine Zeit mehr. Kurz darauf war Schluss – und damit auch die Westfalenpokalsaison der Rot-Weissen.

Ein Abend, aus dem die Mannschaft lernen muss

So bitter der Zeitpunkt des Gegentreffers war: Allein darauf lässt sich die Niederlage nicht reduzieren. Rot Weiss Ahlen hatte zuvor ausreichend Zeit, die Begegnung in die gewünschte Richtung zu lenken.

Gerade deshalb gilt es, das Ausscheiden selbstkritisch aufzuarbeiten. Die bisherigen Wochen haben gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Beim 7:1 gegen Eintracht Ahaus und über weite Strecken des 4:1 in Bad Westernkotten spielte RWA mit hohem Tempo, Intensität und offensiver Spielfreude. Auch beim 2:2 gegen den starken SC Peckeloh bewies die Mannschaft zuletzt Moral und rettete in der 97. Minute noch einen Punkt.

In Ibbenbüren gelang es dagegen nicht, diese Qualitäten konstant auf den Platz zu bringen. Das Pokalaus ist entsprechend ein Rückschlag – aber gleichzeitig eine frühe Erinnerung daran, dass Namen, individuelle Qualität und Favoritenrollen keine Spiele gewinnen. Die Mannschaft muss sich ihre Ergebnisse in jeder Begegnung neu erarbeiten. Die Gelegenheit, die passende Antwort darauf zu geben, folgt bereits am Sonntag.

Rot Weiss Ahlen bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei der Ibbenbürener Spvg. für die Gastfreundschaft und den unkomplizierten sowie angenehmen Empfang rund um die Pokalbegegnung. Für den weiteren Verlauf des Wettbewerbs wünschen wir der Spielvereinigung viel Erfolg.

Breuer muss früh verletzt vom Platz

Neben dem sportlichen Ausscheiden gab es am Mittwoch noch eine weitere unerfreuliche Nachricht. Tim Breuer musste bereits frühzeitig verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Wie schwerwiegend die Blessur ist und ob Breuer am Sonntag in Herford zur Verfügung stehen kann, ist derzeit noch offen. Sein Einsatz ist entsprechend fraglich. Abgesehen davon präsentiert sich die personelle Situation weiterhin erfreulich. Cheftrainer Engin Yavuzaslan kann auf einen breiten Kader zurückgreifen. Auch Torhüter Jovan Jovic ist nach seiner Verletzung inzwischen wieder vollständig einsatzbereit & konnte im Pokalspiel sein Pflichtspieldebüt für RW Ahlen geben.

Jetzt zählt wieder die Westfalenliga

Das Ausscheiden im Westfalenpokal bedeutet gleichzeitig, dass sich der sportliche Fokus nun vollständig auf die Meisterschaft richtet. Dort ist RWA weiterhin ungeschlagen. Nach dem furiosen 7:1 zum Auftakt gegen Eintracht Ahaus folgte ein 4:1 beim SuS Bad Westernkotten. Am vergangenen Freitag musste sich die Mannschaft gegen den SC Peckeloh erstmals mit einem Unentschieden begnügen. Das 2:2 hatte allerdings beinahe den Charakter eines gefühlten Sieges. Zweimal gerieten die Rot-Weissen in Rückstand, zweimal kamen sie zurück. Christopher Rasper rettete schließlich in der 97. Minute den Punkt.

Damit stehen nach drei Spieltagen sieben Punkte auf dem Konto. Diese Ausgangsposition soll am Sonntag weiter verbessert werden. Gleichzeitig geht es nach dem Auftritt in Ibbenbüren auch darum, wieder das Gesicht zu zeigen, das die Mannschaft in der Liga bislang über weite Strecken ausgezeichnet hat.

Traditionsduell mit einem Rückkehrer

Mit dem SC Herford wartet dabei ein interessanter Gegner. Die Ostwestfalen sind erst im Sommer in die Westfalenliga zurückgekehrt und haben damit nach schwierigen Jahren wieder den Weg in die sechsthöchste Spielklasse gefunden. Die Geschichte des Vereins reicht bis in den höherklassigen deutschen Fußball. In den 1970er- und 1980er-Jahren spielte der SC Herford sogar in der 2. Bundesliga Nord. In der jüngeren Vergangenheit musste der Traditionsverein allerdings einige sportliche Rückschläge verkraften. 2022 stieg Herford aus der Westfalenliga in die Landesliga ab, nur ein Jahr später folgte der nächste Abstieg in die Bezirksliga. Von diesem Tiefpunkt hat sich der SCH mittlerweile eindrucksvoll erholt.

Herford kämpfte sich zurück

In der vergangenen Spielzeit entwickelte sich die Mannschaft von Trainer Tim Daseking nach einer zunächst durchwachsenen Phase zunehmend zum Spitzenteam und sicherte sich schließlich den Aufstieg in die Westfalenliga. Ein entscheidender Faktor war dabei die Offensive – und insbesondere Markus Esko.

Der Angreifer, der zuvor unter anderem für den FC Gütersloh spielte, avancierte zum Unterschiedsspieler der Herforder. Mit 27 Treffern vor dem letzten Spieltag führte er die Torjägerliste an und hatte großen Anteil daran, dass der SCH seine Aufholjagd mit der Meisterschaft krönen konnte. Wie gefährlich Esko auch eine Etage höher sein kann, zeigte er zuletzt erneut. Beim jüngsten Westfalenliga-Auftritt avancierte er mit einem Dreierpack zum entscheidenden Mann und unterstrich damit eindrucksvoll seine Abschlussqualitäten.

Für die Ahlener Defensive wird es deshalb darauf ankommen, dem Herforder Torjäger möglichst wenig Raum zu geben – ohne den Gastgeber auf einen einzelnen Spieler zu reduzieren.

Aufsteiger kommt mit Selbstvertrauen

Überhaupt scheint der SC Herford gut in der neuen Spielklasse angekommen zu sein. Der Aufsteiger bringt die Euphorie aus der vergangenen Saison mit und verfügt über eine Mannschaft, die sich ihre Rückkehr in die Westfalenliga hart erarbeitet hat. Auch unter der Woche konnte Herford Selbstvertrauen sammeln. Im Herforder Kreispokal setzte sich der SCH mit 4:0 gegen Herringhausen-Eickum durch und löste souverän die nächste Aufgabe.

Damit treffen am Sonntag zwei Mannschaften aufeinander, die unter der Woche im Pokal völlig unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben: Während Herford einen deutlichen Erfolg feiern konnte, muss RWA das enttäuschende Ausscheiden von Ibbenbüren verarbeiten. Genau darin liegt eine zusätzliche Herausforderung.

Sportliche Entwicklung trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Abseits des Platzes durchlebt der SC Herford derzeit ebenfalls eine anspruchsvolle Phase. Die Insolvenz des langjährigen Sponsors Menke Küchen betrifft auch den Westfalenligisten, da das Unternehmen über Jahre eng mit dem Verein verbunden war. Die Verantwortlichen haben jedoch deutlich gemacht, dass ein Rückzug oder eine grundsätzliche Gefährdung des Spielbetriebs nicht zur Debatte steht. Vielmehr arbeitet der Verein daran, seine Sponsorenstruktur breiter aufzustellen und neue Partner zu gewinnen.

Bereits zuvor hatte Herford seinen finanziellen Rahmen angepasst und unter anderem den Kader verkleinert. Umso bemerkenswerter ist die sportliche Entwicklung der vergangenen Monate. Für RWA spielt diese Situation am Sonntag allerdings keine Rolle. Auf dem Platz wartet ein Aufsteiger, der sich seinen Platz in der Westfalenliga verdient hat und insbesondere vor heimischer Kulisse den nächsten großen Gegner ärgern möchte.

Eine Reaktion ist gefragt

Die Voraussetzungen für Sonntag sind damit klar. Rot Weiss Ahlen fährt als ambitionierte Mannschaft nach Herford, trifft dort aber auf einen Gegner, der mit Selbstvertrauen, Aufstiegseuphorie und einem gefährlichen Torjäger aufwartet. Für RWA wird entscheidend sein, die Lehren aus Mittwoch zu ziehen. Von Beginn an präsent sein. Das eigene Tempo auf den Platz bringen. Zweikämpfe annehmen. Den Gegner ernst nehmen. Und vor allem wieder jene Konsequenz zeigen, die in Ibbenbüren über weite Strecken fehlte. Nach dem Pokalaus geht es nicht darum, große Worte zu finden. Die Antwort muss auf dem Platz folgen. Am Sonntag bietet sich die erste Gelegenheit dazu.

Faninformationen für das Auswärtsspiel in Herford

Auch in Herford darf sich unsere Mannschaft wieder auf Unterstützung aus Ahlen freuen. Neben einem Fanbus werden zahlreiche Rot-Weisse individuell die Reise nach Ostwestfalen antreten. Für alle Mitreisenden haben wir die wichtigsten organisatorischen Informationen zusammengefasst.

Stadion- und Kassenöffnung

  • Die Tageskasse öffnet um 14:00 Uhr, eine Stunde vor dem Anpfiff.


Eintrittspreise

Für die Partie gelten folgende Tageskartenpreise:

  • Erwachsene: 8,00 Euro
  • Ermäßigt: 5,00 Euro


Der ermäßigte Preis gilt unter anderem für Studierende, Rentner und Schwerbehinderte. Ein entsprechender Nachweis ist beim Einlass vorzulegen.

Zuschauerbereich für RWA-Fans

Einen vollständig separaten Gästeblock beziehungsweise einen eigenen Gästeeingang wird es in Herford nicht geben. Alle Zuschauer nutzen den gleichen Eingang und die gleiche Tageskasse. Auf der Tribüne ist eine räumliche Aufteilung vorgesehen. Der rechte Bereich der Tribüne ist für die Anhänger von Rot Weiss Ahlen vorgesehen, während die Herforder Zuschauer den linken Bereich nutzen. Ausreichend Sitzplätze stehen zur Verfügung. Zusätzlich werden Ordner vor Ort sein, die bei der Orientierung unterstützen.

Parkmöglichkeiten für PKW

Anreisenden Fans stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Neben dem regulären Parkplatz können auch Parkmöglichkeiten in den umliegenden Nebenstraßen genutzt werden. Zusätzlich wurden uns der EDEKA-Parkplatz sowie Parkmöglichkeiten im Bereich des H2O als Alternativen genannt. Wir empfehlen aufgrund der erwarteten Zuschauerzahl eine rechtzeitige Anreise.

Baustelle bei der Anfahrt beachten

Aktuell befindet sich im Bereich der Wiesestraße beziehungsweise der dortigen großen Kreuzung eine Baustelle. Der Verkehr wird entsprechend umgeleitet. Je nach Navigationssystem kann es sein, dass die alternative Route bereits automatisch berücksichtigt wird und die Anfahrt von einer anderen Seite erfolgt. Bitte plant deshalb vorsichtshalber etwas zusätzliche Zeit für die Anreise ein.

Fanmaterialien

Für Fahnen, Trommeln und vergleichbare Fanmaterialien bestehen seitens des Gastgebers keine besonderen Einschränkungen. Der SC Herford behält sich allerdings vor, am Eingang Taschenkontrollen durchzuführen. Verbotene Gegenstände und insbesondere Pyrotechnik sind selbstverständlich nicht gestattet.

Pokal abhaken. Zusammenstehen. Und am Sonntag gemeinsam die Antwort geben.