RWA will in Ibbenbüren das Ticket für Runde drei lösen
Der Ligaalltag wird für einen Abend zur Nebensache: Rot Weiss Ahlen ist am Mittwoch, 26. August, in der zweiten Runde des Krombacher Westfalenpokals bei der Ibbenbürener Spvg. gefordert. Um 18:30 Uhr rollt der Ball im MamBau-Stadion. Nach dem Weiterkommen beim SC Münster 08 soll nun der nächste Schritt folgen. Die Rot-Weissen reisen mit einem nahezu vollständigen Kader und einem klaren Ziel nach Ibbenbüren: Das Ticket für die dritte Pokalrunde soll mit zurück nach Ahlen.
Keine lange Verschnaufpause für Rot Weiss Ahlen. Nur wenige Tage nach dem intensiven 2:2 gegen den SC Peckeloh wartet bereits die nächste Pflichtaufgabe auf die Mannschaft von Cheftrainer Engin Yavuzaslan. Diesmal geht es allerdings nicht um Punkte in der Westfalenliga – am Mittwochabend heißt es wieder: Alles oder nichts im Westfalenpokal. Nach dem erfolgreichen Auftakt in Münster führt die zweite Pokalreise der Saison nach Ibbenbüren. Dort wartet mit der Ibbenbürener Spvg. ein Gegner, der in der ersten Runde bereits gezeigt hat, dass er sich auf der eigenen Anlage keineswegs verstecken muss. Für RWA geht es darum, die eigene Favoritenrolle anzunehmen, gleichzeitig aber die Besonderheiten eines Pokalspiels nicht aus den Augen zu verlieren. Denn 90 Minuten entscheiden darüber, wer seinen Weg im Wettbewerb fortsetzen darf.
Wilde Schlussphase gegen Peckeloh – RWA bleibt in der Liga ungeschlagen
Bevor der Fokus vollständig auf den Westfalenpokal gerichtet wurde, erlebte das Wersestadion am vergangenen Freitag einen denkwürdigen Fußballabend. Gegen den SC Peckeloh entwickelte sich von Beginn an die erwartet anspruchsvolle Begegnung. Nach den deutlichen Erfolgen gegen Eintracht Ahaus und den SuS Bad Westernkotten wurde den Rot-Weissen diesmal alles abverlangt. Zur Pause stand es noch 0:0. Beide Mannschaften lieferten sich ein intensives und umkämpftes Duell, in dem sich zunächst keine Seite entscheidend durchsetzen konnte. Was anschließend folgte, war eine zweite Halbzeit und insbesondere eine Schlussphase, die es in sich hatte.
Peckeloh ging zunächst in Führung, ehe Franko Uzelac den Ausgleich für RWA erzielte. Doch die Gäste schlugen noch einmal zurück und stellten auf 2:1. Als vieles bereits nach der ersten Saisonniederlage aussah, bewiesen die Rot-Weissen Moral. Tief in der Nachspielzeit war es schließlich Christopher Rasper, der das Wersestadion noch einmal zum Jubeln brachte. In der 97. Minute gelang der Ausgleich zum 2:2. Nach den beiden Siegen zum Auftakt musste RWA damit erstmals Punkte abgeben. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft, dass sie auch in einer schwierigen Partie bis zur letzten Aktion an sich glaubt. Gerade diese Mentalität kann in einem K.-o.-Wettbewerb von besonderer Bedeutung sein.
Keine Zeit zum Zurücklehnen
Viel Zeit zur Aufarbeitung blieb ohnehin nicht. Bereits unmittelbar nach dem Peckeloh-Spiel rückte die nächste Aufgabe in den Mittelpunkt. Der Rhythmus ist derzeit anspruchsvoll: Liga am Freitag, Pokal am Mittwoch und wenige Tage später bereits die nächste Aufgabe in der Westfalenliga. Für das Trainerteam bedeutet das, Belastung und Regeneration ebenso im Blick zu behalten wie die sportliche Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner.
Im Pokal gibt es allerdings keine Gelegenheit, sich einen schwächeren Abend zu erlauben. Während in der Meisterschaft über eine komplette Saison Punkte gesammelt werden, kann eine einzige Partie das Ende des Wettbewerbs bedeuten.Entsprechend konzentriert wollen die Rot-Weissen die Aufgabe in Ibbenbüren angehen.
Erste Runde als Warnung: Münster hielt lange dagegen
Wie schnell ein vermeintlicher Außenseiter ein Pokalspiel unangenehm gestalten kann, hat RWA bereits in der ersten Runde erfahren. Beim Landesligisten SC Münster 08 waren die Rot-Weissen zwar über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, mussten aber lange um das Weiterkommen kämpfen. Franko Uzelac brachte RWA kurz vor der Pause nach einer Standardsituation mit 1:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel gelang den Gastgebern in der 51. Minute der Ausgleich – und plötzlich entwickelte sich eine Partie, in der das Ergebnis wieder völlig offen war.
Nur zwei Minuten später übernahm Uzelac erneut Verantwortung und verwandelte einen Foulelfmeter zum 2:1. Die endgültige Entscheidung ließ dennoch lange auf sich warten. Erst in der Nachspielzeit machten die Rot-Weissen den Deckel drauf. Tolga Özdemir traf in der 93. Minute, ehe der eingewechselte Nick Appelganz zwei Minuten später mit seinem ersten Pflichtspieltreffer im Herrenbereich den 4:1-Endstand herstellte.
Das Ergebnis fiel damit deutlicher aus, als es der lange offene Spielverlauf vermuten ließ. Gerade diese Erfahrung dürfte vor der Reise nach Ibbenbüren hilfreich sein: Eine Runde weiter kommt im Pokal nicht zwangsläufig die Mannschaft mit der höheren Ligazugehörigkeit, sondern diejenige, die an diesem Abend ihre Aufgabe konsequenter löst.
Ibbenbüren schaltet Recklinghausen souverän aus
Dass die Ibbenbürener Spvg. nicht zufällig in der zweiten Runde steht, zeigte der Gastgeber bereits zum Auftakt des Wettbewerbs. Gegen den FC 96 Recklinghausen setzte sich der Landesligist mit 3:0 durch und beendete damit frühzeitig die Pokalreise des Landesligisten. Recklinghausen hielt in der Anfangsphase ordentlich dagegen, konnte die Begegnung anschließend aber nicht mehr zu seinen Gunsten gestalten.
Für die Rot-Weissen ist das Ergebnis ein deutliches Signal. Ibbenbüren hat seine erste Aufgabe überzeugend gelöst und darf nun vor heimischer Kulisse gegen RWA antreten. Gerade solche Begegnungen entwickeln im Westfalenpokal ihren eigenen Charakter. Für den Gastgeber bietet das Duell die Gelegenheit, sich gegen einen ambitionierten Traditionsverein zu präsentieren. Entsprechend ist mit einer Mannschaft zu rechnen, die von Beginn an mit hoher Intensität auftreten und ihre Chance suchen wird. RWA muss deshalb vermeiden, den Gegner durch eigene Unkonzentriertheiten oder mangelnde Konsequenz zusätzlich ins Spiel zu bringen.
Jovic wieder vollständig einsatzbereit
Personell gibt es vor der zweiten Pokalrunde erfreuliche Nachrichten. Engin Yavuzaslan kann aus dem Vollen schöpfen. Auch Jovan Jovic steht wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Der Torhüter hatte aufgrund eines Bänderrisses im Sprunggelenk die ersten Wochen verpasst, war zuletzt bereits wieder ins Mannschaftstraining und in den Kader zurückgekehrt und ist nun auch vollständig einsatzbereit.
Damit erhöht sich für das Trainerteam gerade während der aktuellen Englischen Woche die Auswahl auf den verschiedenen Positionen. Ob und in welchem Umfang Yavuzaslan gegenüber dem vergangenen Ligaspiel Veränderungen vornehmen wird, bleibt abzuwarten. Der breite Kader bietet ihm jedenfalls die Möglichkeit, auf die hohe Belastung zu reagieren, ohne den sportlichen Anspruch für das Pokalspiel zu verändern. Denn unabhängig davon, wer am Mittwochabend auf dem Platz steht, ist die Zielsetzung eindeutig.
Noch ein Schritt bis zur dritten Runde
Nach einem gelungenen Saisonstart mit zwei Siegen und einem Unentschieden wartet nun die nächste Bewährungsprobe. Die bisherigen Ergebnisse geben Selbstvertrauen, sind am Mittwochabend mit dem Anpfiff aber nichts mehr wert. Im MamBau-Stadion beginnt die Partie bei 0:0 – und die Ibbenbürener Spvg. wird alles daran setzen, den Favoriten aus Ahlen zu ärgern.
Für die Mannschaft von Engin Yavuzaslan gilt es deshalb, den Pokal von der ersten Minute an anzunehmen. Zweikämpfe, Intensität, Konzentration und Konsequenz werden ebenso gefragt sein wie die spielerische Qualität, mit der sich RWA in den vergangenen Wochen immer wieder Chancen erarbeitet hat. Die erste Hürde beim SC Münster 08 ist genommen. Jetzt wartet die zweite. 90 Minuten – und möglicherweise mehr – trennen die Rot-Weissen vom Einzug in die dritte Runde des Krombacher Westfalenpokals.
Wer die Reise nach Ibbenbüren nicht antreten kann, hat ebenfalls die Möglichkeit, die Rot-Weissen zu verfolgen: Die Begegnung wird im Livestream der Ruhr Nachrichten übertragen.
