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Foto: Julien Stapper

1. Mannschaft
Samstag, 22.08.2026 15:23 Uhr | David Schneller

Punktgewinn in letzter Sekunde

Was für ein Ende im Wersestadion: Rot Weiss Ahlen und der SC Peckeloh haben sich am Freitagabend nach einer intensiven und zum Schluss völlig wilden Partie mit 2:2 (0:0) getrennt. Lange Zeit waren die Gäste die aktivere Mannschaft und gingen zweimal in Führung. Franko Uzelac glich per Handelfmeter erstmals aus, ehe Neuzugang Christopher Rasper in der siebten Minute der Nachspielzeit nach einer kurios entstandenen Ecke per Kopf doch noch den Punkt für die Rot-Weissen rettete. Überschattet wurde die turbulente Schlussphase von mehreren Platzverweisen.

RW Ahlen

1. Mannschaft

2:2 (0:0)

SC Peckeloh

1. Mannschaft

90'+7
Tor
Tor
90'+7
Rote Karte
Rote Karte
83'
Tor
Tor
77'
Rote Karte
Rote Karte
76'
Tor
Tor
54'
Tor
Tor
27'
Gelbe Karte
Gelbe Karte

Nach zwei Siegen zum Auftakt ist Rot Weiss Ahlen am dritten Spieltag der Westfalenliga erstmals nicht als Sieger vom Platz gegangen. Nach dem 7:1 gegen Eintracht Ahaus und dem 4:1 bei SuS Bad Westernkotten musste sich die Mannschaft von Cheftrainer Engin Yavuzaslan gegen einen starken SC Peckeloh mit einem Punkt begnügen. Dass dieser am Ende überhaupt noch im Wersestadion blieb, war angesichts der dramatischen Schlussminuten keineswegs selbstverständlich. Bis tief in die Nachspielzeit führte Peckeloh mit 2:1, ehe Christopher Rasper mit seinem Kopfballtreffer praktisch mit der letzten Aktion des Spiels für großen Jubel auf Ahlener Seite sorgte.

Peckeloh erwischt den besseren Start

Schon in den ersten Minuten zeigte sich, dass mit dem SC Peckeloh ein anderes Kaliber als in den ersten beiden Saisonspielen im Wersestadion zu Gast war. Die Gäste fanden deutlich schneller in die Begegnung, agierten aggressiv gegen den Ball und übernahmen zunächst die Initiative. Bereits innerhalb der ersten fünf Minuten verbuchte Peckeloh einen ersten Abschluss und einen Eckball. RWA tat sich dagegen schwer, in die gewohnten Abläufe zu kommen. Das eigene Spiel war nicht so flüssig wie zuletzt, während die Gäste konsequent versuchten, den Rot-Weissen nur wenig Zeit und Raum zu lassen.

Auch nach zehn Minuten änderte sich daran zunächst wenig. Ahlen fand offensiv kaum ein Durchkommen, Peckeloh blieb präsenter und gehörten insgesamt die ersten rund 20 Minuten. Die Mannschaft von Engin Yavuzaslan benötigte Zeit, um sich in die Partie hineinzukämpfen. Mit zunehmender Spieldauer gelang dies besser. RWA bekam mehr Kontrolle und näherte sich schließlich auch dem gegnerischen Tor an.

Heider verpasst die Führung nur knapp

Nach rund einer halben Stunde gab es schließlich die bis dahin beste Ahlener Möglichkeit. Über die linke Seite spielte sich RWA gefährlich nach vorne, die Hereingabe fand im Zentrum Marc Heider. Der erfahrene Angreifer verpasste den Ball nur knapp – eine Situation, bei der nicht viel zur Führung fehlte.

Die Rot-Weissen waren nun besser in der Begegnung und konnten das Spiel ausgeglichener gestalten. Kurz vor der Pause bot sich sogar noch einmal die Möglichkeit zum 1:0. Der Abschluss stellte den Peckeloher Schlussmann allerdings vor keine unlösbare Aufgabe. So ging es nach einer umkämpften ersten Hälfte torlos in die Kabinen. Vor allem die Gäste hatten in den ersten 45 Minuten gezeigt, warum sie im Vorfeld als spielstarker und ambitionierter Gegner eingeschätzt worden waren.

Uzelac scheitert aus kürzester Distanz

Nach dem Seitenwechsel war es dann zunächst RWA, das die große Gelegenheit zur Führung hatte. Eine Flanke erreichte Franko Uzelac, der plötzlich aus kürzester Distanz frei vor dem gegnerischen Tor auftauchte. Peckelohs Schlussmann reagierte jedoch hervorragend und verhinderte mit einer starken Parade aus knapp zwei Metern den Ahlener Treffer. Eine Szene, die wenig später noch schmerzhafter wurde. Denn auf der anderen Seite schlugen die Gäste zu. Tyler Wozny brachte den SC Peckeloh in der 54. Minute mit 1:0 in Führung. RWA musste nun reagieren – und tat dies.

Ahlen erhöht den Druck

Mit dem Rückstand wurde das Ahlener Offensivspiel zwingender. Marc Heider kam zu einer guten Möglichkeit, fand jedoch ebenfalls seinen Meister im stark aufgelegten Peckeloher Torhüter. In der 65. Minute bot sich Gianluca Di Vinti die nächste gute Gelegenheit. Die Rot-Weissen drängten nun stärker auf den Ausgleich und investierten zunehmend mehr in die Offensive.

Auch die Wechsel brachten noch einmal neuen Schwung. Der eingewechselte Steven Kodra hatte in der 74. Minute eine gute Möglichkeit, sein Abschluss wurde jedoch zur Ecke abgewehrt. Und genau diese Standardsituation sollte schließlich zum Ausgleich führen.

Handelfmeter – Uzelac bleibt cool

Nach dem anschließenden Eckball entschied der Schiedsrichter aufgrund eines Handspiels im Peckeloher Strafraum auf Elfmeter für Rot Weiss Ahlen. Franko Uzelac übernahm die Verantwortung und verwandelte in der 76. Minute zum 1:1. Das Wersestadion war wieder da – und die Partie sollte anschließend eine Wendung nehmen, mit der zu diesem Zeitpunkt wohl niemand gerechnet hatte.

Nach dem Ausgleich entwickelte sich eine zunehmend hitzige und chaotische Schlussphase. Der Peckeloher Torhüter geriet nach dem Strafstoß mit Uzelac aneinander, als dieser den Ball schnell aus dem Tor holen wollte. Der Unparteiische wertete die Aktion des Keepers als Tätlichkeit und zeigte ihm die Rote Karte. Auch auf der Peckeloher Bank gingen die Emotionen hoch. Im weiteren Verlauf sah zudem ein Co-Trainer der Gäste die Rote Karte.

Sportlich bedeutete der Platzverweis: Peckeloh musste die Schlussphase in Unterzahl und mit einem neuen Torhüter bestreiten. Eigentlich schien das Momentum nun endgültig auf die Seite der Rot-Weissen gekippt zu sein. Doch es kam anders.

Kurioses 1:2 bringt Ahlen erneut ins Hintertreffen

Trotz Unterzahl gelang Peckeloh in der 83. Minute die erneute Führung – und auch dieser Treffer hatte es in sich. RWA-Keeper Nikita Pincuks klärte einen Ball per Kopf aus seinem Tor heraus, beförderte ihn dabei allerdings vor die Füße eines Peckeloher Spielers. Der anschließende Abschluss wäre möglicherweise noch zu verteidigen gewesen, doch Brodersen fälschte den Ball beim Rettungsversuch unglücklich ins eigene Tor ab. Plötzlich stand es 1:2.

Ein bitterer Rückschlag für die Rot-Weissen, die sich gerade erst in die Begegnung zurückgekämpft hatten und nun gegen zehn Peckeloher erneut einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Ahlen warf in den verbleibenden Minuten noch einmal alles nach vorne. Di Vinti hatte eine hervorragende Möglichkeit zum Ausgleich, doch auch der eingewechselte Torhüter der Gäste konnte sich auszeichnen und verhinderte zunächst das 2:2. Die Zeit lief RWA davon.

Eine kuriose Ecke – und Rasper ist da

Dann kam die 97. Minute. Peckeloh stand unmittelbar vor einem viel umjubelten Auswärtssieg im Wersestadion. Doch eine ungewöhnliche Situation gab RWA noch genau eine letzte Möglichkeit. Der Gästetorhüter ließ sich bei der Spielfortsetzung zu viel Zeit. Der Unparteiische ahndete die Zeitüberschreitung, wodurch Rot Weiss Ahlen noch einmal zu einer Ecke kam.

Es sollte die letzte Aktion des Spiels werden. Der Ball flog in den Peckeloher Strafraum – und dort stieg ausgerechnet Christopher Rasper hoch. Der Neuzugang setzte sich durch und köpfte den Ball zum 2:2 ins Tor. Grenzenloser Jubel bei den Rot-Weissen, bittere Enttäuschung auf der anderen Seite. Peckeloh hatte den Auswärtssieg praktisch schon in den Händen, doch mit der allerletzten Aktion rettete Rasper seiner Mannschaft doch noch einen Punkt. Für den Neuzugang hätte der Moment kaum besser gewählt sein können: Sein Treffer in der siebten Minute der Nachspielzeit bewahrte RWA vor der ersten Saisonniederlage.

Noch ein Platzverweis mit dem Schlusspfiff

Doch selbst nach dem 2:2 war dieser wilde Fußballabend noch nicht vollständig beendet. Im unmittelbaren Anschluss an den Ausgleich sah auch Gianluca Di Vinti die Rote Karte. Kurz darauf war Schluss. Nach einer weitgehend ausgeglichenen, intensiven Begegnung und einer Schlussphase, in der sich die Ereignisse regelrecht überschlugen, stand ein 2:2-Unentschieden auf der Anzeigetafel.

Am Ende war es ausgerechnet eine der letzten möglichen Aktionen, die den Punktgewinn brachte. Damit bleibt Rot Weiss Ahlen auch nach dem dritten Spieltag ungeschlagen. Nach zwei Siegen und einem Unentschieden stehen nun sieben Punkte auf dem Konto.

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt allerdings nicht. Bereits am kommenden Mittwochabend wartet die nächste Aufgabe: In der 2. Runde des Krombacher Westfalenpokals gastieren die Rot-Weissen bei der Ibbenbürener Spvg. – Anstoß ist nach der erfolgten Vorverlegung bereits um 18:30 Uhr.

Nach einem wilden Freitagabend im Wersestadion richtet sich der Blick damit schnell wieder nach vorne.