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Foto: David Schneller

1. Mannschaft
Freitag, 14.08.2026 23:05 Uhr | David Schneller

RWA bestätigt starken Saisonstart

Rot Weiss Ahlen bleibt in der neuen Westfalenliga-Saison auf Kurs. Nach dem furiosen 7:1 zum Auftakt gegen Eintracht Ahaus setzte sich die Mannschaft von Cheftrainer Engin Yavuzaslan am Freitagabend auch beim SuS Bad Westernkotten verdient mit 4:1 (3:0) durch. Ein früher Doppelschlag von Gianluca Di Vinti und Tolga Özdemir stellte die Weichen schnell auf Sieg, Davin Wöstmann erhöhte noch vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel machte es sich RWA allerdings phasenweise selbst schwerer als nötig, ehe Marc Heider kurz vor Schluss für die endgültige Entscheidung sorgte.

SuS Bad WesternkottenSuS Bad Westernkotten
RW AhlenRW Ahlen

Es war angerichtet für einen besonderen Fußballabend im Stadion am Zehnthof. Rund um das erste Heimspiel der neuen Saison feierte der SuS Bad Westernkotten zugleich die Eröffnung seiner sanierten Sportanlage mit neuer Rasenfläche. Bei hochsommerlichen Temperaturen und einer entsprechenden Kulisse wollten die Gastgeber ihrem ersten Auftritt vor heimischem Publikum einen passenden Rahmen geben. Rot Weiss Ahlen hatte allerdings andere Pläne. Nach dem 7:1-Erfolg gegen Eintracht Ahaus wollte die Mannschaft von Engin Yavuzaslan auch beim ersten Auswärtsspiel der Saison früh zeigen, dass sie ihre ambitionierten Ziele nicht nur im heimischen Wersestadion verfolgen will. Und genau das gelang.

Traumstart: Di Vinti und Özdemir treffen früh

Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, als RWA erstmals zuschlug. Davin Wöstmann bereitete vor, Gianluca Di Vinti war zur Stelle und brachte die Rot-Weissen mit seinem bereits dritten Saisontreffer früh mit 1:0 in Führung.

Der perfekte Start – und Ahlen blieb sofort auf dem Gaspedal. Nur wenige Minuten später folgte der nächste Treffer. In der 10. Minute erhöhte Tolga Özdemir auf 2:0 und sorgte damit für einen frühen Doppelschlag. Für Özdemir war es bereits der zweite Treffer in der noch jungen Westfalenliga-Saison. Die Mannschaft setzte damit genau das um, was Trainer Engin Yavuzaslan vor der Partie gefordert hatte: Von der ersten Sekunde an präsent sein, Tempo aufnehmen und dem Gegner möglichst wenig Gelegenheit geben, selbst in die Partie zu finden.

Bad Westernkotten benötigte nach diesem Start einige Minuten, um sich zu sammeln. Die Gastgeber stabilisierten sich anschließend zwar und verteidigten kompakter, offensiv blieb RWA jedoch zunächst die klar spielbestimmende Mannschaft. Nach 20 Minuten bot sich sogar die Gelegenheit zum dritten Treffer. Über die rechte Seite brachte Leonel Brodersen den Ball scharf in den Strafraum, wo sowohl Wöstmann als auch Özdemir nur knapp verpassten.

Bei Temperaturen von rund 30 Grad wurde die Begegnung nach 23 Minuten für eine Trinkpause unterbrochen. Am Bild der Partie änderte das zunächst wenig. Ahlen kontrollierte Ball und Gegner, während der SuS nur selten gefährlich in die Nähe des Ahlener Tores kam.

Wöstmann vollendet starken Angriff zum 3:0

Kurz vor der Pause belohnte sich RWA noch einmal für einen spielerisch überzeugenden ersten Durchgang. In der 37. Minute leitete Jan Holldack den Angriff mit einem starken Pass durch die Schnittstelle ein. Di Vinti startete in den Strafraum, behielt dort die Übersicht und legte quer auf Davin Wöstmann. Der musste aus kurzer Distanz nur noch einschieben – 3:0 für Rot Weiss Ahlen. Besonders Di Vinti unterstrich in dieser Szene erneut seine starke Frühform. Nach seinem eigenen Führungstreffer bereitete er damit auch das dritte Tor vor. Mit der komfortablen Führung ging es schließlich in die Kabinen. Vor allem der Start in die Begegnung und die spielerische Überlegenheit im ersten Durchgang dürften ganz nach dem Geschmack des Trainerteams gewesen sein.

Westernkotten kommt mit neuem Mut aus der Kabine

Die Gastgeber kamen wesentlich aggressiver aus der Halbzeit und erhöhten unmittelbar den Druck. Bad Westernkotten attackierte früher, suchte konsequenter die Zweikämpfe und zwang die Rot-Weissen nun häufiger zu Arbeit in der eigenen Hälfte. RWA benötigte einige Minuten, um sich auf die veränderte Spielweise einzustellen. Trotzdem hätte Ahlen früh für noch klarere Verhältnisse sorgen können. In der 55. Minute trat Holldack zu einem Freistoß an der linken Strafraumkante an. Sein direkter Versuch aus rund 18 Metern klatschte allerdings nur an die Latte.

Nach der starken Anfangsphase der Gastgeber übernahm RWA anschließend wieder zunehmend die Kontrolle. Gleichzeitig nutzte Yavuzaslan den komfortablen Spielstand, um personell zu wechseln. Marc Heider kam für den angeschlagenen Ervin Catic in die Partie. Wenig später feierte zudem Steven Kodra nach seiner Verpflichtung unter der Woche sein Ligadebüt im Trikot von Rot Weiss Ahlen. Nach seinen vorherigen Einsätzen als Gastspieler sammelte der 28-Jährige rund eine halbe Stunde Spielzeit als fest verpflichteter RWA-Spieler.

RWA lässt nach – Westernkotten verkürzt

Mit zunehmender Spieldauer schlichen sich allerdings Ungenauigkeiten in das Ahlener Spiel ein. Der letzte Druck fehlte, die Konsequenz aus dem ersten Durchgang ging phasenweise verloren – und Bad Westernkotten glaubte weiter an seine Möglichkeit. In der 75. Minute wurde das bestraft. Einen langen Ball bekam die Ahlener Defensive nicht konsequent geklärt. Marvin Schumacher war plötzlich frei durch, blieb vor Torhüter Pincuks ruhig und schob zum 1:3 ins lange Eck ein. Das Tor gab den Gastgebern noch einmal spürbar Auftrieb.

Beinahe hätte RWA allerdings postwendend geantwortet. Nur wenige Minuten nach dem Gegentreffer kam Kodra aus rund zwölf Metern zum Abschluss – sein Versuch landete jedoch an der Latte. Westernkotten investierte nun noch einmal alles. Daniel Bertels kam nach einer Flanke zum Kopfball, setzte diesen allerdings zu zentral, sodass Pincuks sicher zupacken konnte. Aus einer Partie, die nach 45 Minuten praktisch entschieden gewirkt hatte, wurde dadurch zumindest für einige Minuten noch einmal eine Begegnung, in der RWA konzentriert bleiben musste.

Di Vinti bereitet vor, Heider macht den Deckel drauf

Die endgültige Antwort gab Ahlen schließlich in der 87. Minute – und erneut war Gianluca Di Vinti entscheidend beteiligt. Bereits auf Höhe der Mittellinie nahm der Offensivspieler Tempo auf, setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und brachte den Ball anschließend mustergültig in die Mitte. Dort stand Marc Heider genau richtig und musste nur noch den Fuß hinhalten. 4:1 – Entscheidung. Kurz darauf hätte Di Vinti sogar selbst noch einen weiteren Treffer nachlegen können. Nach Vorarbeit von Heider scheiterte er aus spitzem Winkel am Torhüter. Nach fünf Minuten Nachspielzeit war schließlich Schluss.

Sechs Punkte und 11:2 Tore nach zwei Spielen

Unter dem Strich steht ein auch in dieser Höhe verdienter 4:1-Auswärtserfolg, mit dem Rot Weiss Ahlen seinen starken Start in die Westfalenliga bestätigt. Nach zwei Spieltagen stehen damit sechs Punkte und 11:2 Tore zu Buche. Auf das 7:1 gegen Eintracht Ahaus folgte nun der erste Auswärtssieg der Saison. Vor allem die erste Halbzeit in Bad Westernkotten zeigte erneut, welches Tempo und welche offensive Qualität die Mannschaft entwickeln kann. Innerhalb von 37 Minuten sorgten Di Vinti, Özdemir und Wöstmann für klare Verhältnisse.

Der zweite Durchgang zeigte allerdings ebenso, dass die Entwicklung der neu zusammengestellten Mannschaft noch nicht abgeschlossen ist. Nach dem Seitenwechsel ließ RWA in einigen Phasen jene Konsequenz vermissen, die das Team zuvor ausgezeichnet hatte. Westernkotten bekam dadurch wieder Zugriff und belohnte seinen engagierten Auftritt mit dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer. Dass sich die Mannschaft davon nicht aus der Ruhe bringen ließ und durch Heider noch einmal antwortete, gehört allerdings ebenfalls zur Geschichte dieses Abends.

Kein „Straftraining“ – sondern trainingsfrei

Für etwas Verwirrung sorgte nach dem Abpfiff eine Berichterstattung, nach der Cheftrainer Engin Yavuzaslan seiner Mannschaft aufgrund der zweiten Halbzeit ein „Straftraining“ verordnet habe. Richtig ist: Der Trainer war mit einigen Phasen nach der Pause und dem zeitweisen Nachlassen seiner Mannschaft nicht zufrieden. Der Anspruch innerhalb des Teams bleibt hoch – unabhängig davon, ob ein Spiel gewonnen wird. Ein Straftraining wird es am Samstag allerdings nicht geben. Ganz im Gegenteil: Aufgrund der insgesamt starken Leistung und des erfolgreichen Auswärtsspiels erhält die Mannschaft am morgigen Samstag trainingsfrei.

Dass Yavuzaslan trotz eines 4:1-Erfolges Verbesserungspotenzial sieht, passt dabei zum Anspruch, den das Trainerteam seit Beginn der Vorbereitung vorlebt. Ergebnisse sollen nicht darüber hinwegtäuschen, wenn innerhalb einer Partie Dinge besser gemacht werden können. Nach drei Pflichtspielen unter dem neuen Cheftrainer stehen allerdings auch drei Siege: dem 4:1 im Westfalenpokal beim SC Münster 08 folgten zum Ligastart das 7:1 gegen Eintracht Ahaus und nun das 4:1 in Bad Westernkotten.

Ein Auftakt, auf dem sich aufbauen lässt.