30 Jahre - Rot Weiss Ahlen e.V.
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Foto: Damian Kruczynski

1. Mannschaft
Dienstag, 26.05.2026 11:15 Uhr | David Schneller

RW Ahlen verpasst Big Points im Abstiegskampf

Es sollte der nächste Schritt im Kampf um den Klassenerhalt werden. Nach dem wichtigen Auswärtssieg bei der U21 des SC Verl war die Hoffnung bei Rot Weiss Ahlen zurückgekehrt. Das letzte Auswärtsspiel der Saison sollte die Grundlage für ein echtes Endspiel am letzten Spieltag schaffen. Stattdessen stand am Ende ein ernüchterndes 0:2 bei der U21 von Arminia Bielefeld – und mit dem Schlusspfiff herrschte vor allem eines: Enttäuschung.

DSC Arminia Bielefeld

U21

2:0 (1:0)

RW Ahlen

1. Mannschaft

83'
Tor
Tor
28'
Tor
Tor
23'
Gelbe Karte
Gelbe Karte
14'
Gelbe Karte
Gelbe Karte
11'
Gelbe Karte
Gelbe Karte

Vor großer Kulisse in der Schüco-Arena verpasste Rot Weiss Ahlen die Chance, sich im Tabellenkeller in eine bessere Ausgangslage zu bringen. Die Situation vor dem Spiel war ohnehin kompliziert genug gewesen. In den vergangenen Tagen bestimmten zahlreiche Rechenspiele, mögliche Konstellationen und Szenarien die Diskussionen rund um den Tabellenkeller. Wer braucht wie viele Punkte? Wer spielt noch gegen wen? Was passiert, wenn Team A gegen Team B gewinnt? Doch Fußball hat gerade in solchen Phasen oft seine eigenen Gesetze. Tabellenrechner helfen nicht auf dem Platz. Am Ende zählen Punkte – und die blieben am Pfingstmontag aus.

Schwieriger Beginn gegen aktive Gastgeber

Die Gastgeber aus Bielefeld erwischten den besseren Start in die Partie. Die U21 der Arminen übernahm früh Ballbesitz und versuchte, das Spiel zu kontrollieren. Rot Weiss Ahlen stand zunächst kompakt und arbeitete konzentriert gegen den Ball. Die erste Offensivaktion gehörte dennoch den Gästen: Emro Curic setzte den ersten Abschluss der Partie auf das Tor, doch der Bielefelder Schlussmann war zur Stelle. Auf der anderen Seite wurde früh deutlich, dass die Gastgeber ihre letzte Heimpartie ebenfalls unbedingt erfolgreich gestalten wollten. Die erste Großchance ließ nicht lange auf sich warten: Nach einer Hereingabe kam ein Bielefelder frei zum Kopfball – der Ball landete an der Latte. Eine erste Warnung.

Kurz darauf wurde die Partie zunehmend intensiver. Wöstmann sah nach einem Offensivfoul früh die Gelbe Karte, wenig später traf es auch Nwubani und Di Vinti. Bereits in der Anfangsphase musste Ahlen aufpassen, nicht zu viele personelle Risiken einzugehen. Bielefeld blieb die aktivere Mannschaft und kam immer wieder gefährlich in Tornähe. Breuer musste eine Situation zur Ecke klären, wenig später sorgte ein weiterer Standard beinahe für die Führung. Ahlen verteidigte leidenschaftlich – musste aber zunehmend investieren.

Konter trifft Ahlen eiskalt

Besonders bitter wurde es dann nach etwas mehr als einer halben Stunde. Denn ausgerechnet nach einer eigenen guten Offensivaktion schalteten die Gastgeber blitzschnell um. Über die rechte Seite rollte der Gegenangriff, die Hereingabe fand in der Mitte einen Abnehmer – und plötzlich lag Rot Weiss Ahlen mit 0:1 zurück. Ein Gegentreffer, der sich in dieser Phase bereits angedeutet hatte, der aus Sicht der Gäste aber besonders schmerzhaft war. Statt selbst Akzente zu setzen, wurde Ahlen ausgekontert.

Auch danach blieb Bielefeld gefährlich. Ein Freistoß strich knapp am Pfosten vorbei, ehe kurz vor der Pause erneut Torhüter van Ingen in den Mittelpunkt rückte. Erst parierte der Schlussmann einen starken Distanzschuss, anschließend reagierte er auch beim Kopfball nach dem folgenden Eckball glänzend. Dass Rot Weiss Ahlen zur Halbzeit nur mit einem Tor zurücklag, war zu diesem Zeitpunkt auch seinem Keeper zu verdanken.

Ahlen kommt zurück – und scheitert mehrfach knapp

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Rot Weiss Ahlen kam deutlich aktiver aus der Kabine, spielte mutiger nach vorne und entwickelte zunehmend Druck. Die große Möglichkeit auf den schnellen Ausgleich hatte Di Vinti. Nach einer starken Einzelaktion setzte er sich sehenswert durch, tauchte vor dem Tor auf – traf aus spitzem Winkel allerdings nur das Außennetz. Es war der Auftakt zu einer Phase, in der Ahlen immer stärker wurde. Die Partie wurde hitziger, intensiver und offener. Während die Rot-Weißen mehr investierten und sich zunehmend Chancen erspielten, blieb Bielefeld im Umschalten gefährlich.

Auch Soares hatte den Ausgleich auf dem Kopf. Nach einer guten Ecke kam der Verteidiger frei zum Abschluss – der Ball strich jedoch knapp über das Tor. Dann folgte die vielleicht größte Gelegenheit des Spiels. Joker Bonsu war gerade erst eingewechselt worden und tauchte sofort frei vor dem Bielefelder Tor auf. Die Chance auf den Ausgleich war riesig – doch erneut blieb der Torhüter Sieger. Rot Weiss Ahlen war jetzt endgültig im Spiel.

Van Ingen hält – Bielefeld trifft

Doch Fußball kann brutal sein. Während Ahlen auf den Ausgleich drängte, hielt van Ingen seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden weiterhin im Spiel und entschärfte zwei gute Möglichkeiten der Gastgeber. Die Hoffnung lebte. Bis zur 81. Minute. Dann folgte der nächste bittere Nackenschlag. Die Gastgeber nutzten ihre Gelegenheit und erhöhten auf 2:0. Ein Gegentor, das sich wie eine Vorentscheidung anfühlte.

Und trotzdem bekam Ahlen nochmal die Chance zurückzukommen. Kurz vor Schluss zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Elfmeter für Rot Weiss Ahlen. Die Möglichkeit, nochmal Spannung zu erzeugen. Doch auch dieser Moment passte an diesem Abend ins Bild: Gllogjani scheiterte vom Punkt. Es war die Szene, die den gesamten Abend irgendwie zusammenfasste.

Kein Rechnen mehr – jetzt zählt nur Rheine

Mit dem Schlusspfiff war die Enttäuschung riesig. Die Niederlage tut weh. Sehr weh. Nicht nur, weil wichtige Punkte liegen geblieben sind. Sondern auch, weil die Mannschaft besonders im zweiten Durchgang gezeigt hatte, dass sie lebt, kämpft und alles investiert. Doch am Ende helfen weder gute Phasen noch Rechenspiele. Vielleicht war genau das in den vergangenen Tagen ohnehin zu viel Thema. Zu viele Szenarien. Zu viele Tabellenrechner. Zu viele Möglichkeiten.

Die Wahrheit bleibt einfach: Liefern. Punkten. Gewinnen. Und genau darum geht es jetzt. Denn nun wartet am Sonntag das Endspiel gegen Eintracht Rheine. 90 Minuten. Keine Rechenspiele mehr. Keine Konstellationen. Kein Blick auf andere Plätze. Rot Weiss Ahlen muss gewinnen. Und dann schauen, was passiert. Jetzt zählt nur noch Rheine.