Gebrauchter Sonntag in Rheda: RWA unterliegt dem FSC mit 0:3
Rot Weiss Ahlen hat am Sonntagnachmittag einen Rückschlag in der Westfalenliga hinnehmen müssen. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge unterlagen die Rot-Weissen vor rund 500 Zuschauern beim FSC Rheda mit 0:3. Ein früher Rückstand brachte RWA bereits nach wenigen Sekunden aus dem Konzept, nach 17 Minuten lag die Mannschaft mit zwei Treffern zurück. Kurz vor der Pause erhöhte Rheda auf 3:0. Erst im Laufe der zweiten Hälfte entwickelte Ahlen mehr Zug zum gegnerischen Tor und erspielte sich insbesondere in der Schlussphase mehrere hochkarätige Möglichkeiten – ein Treffer sollte an diesem Nachmittag jedoch nicht mehr gelingen.
Personell reisten die Rot-Weissen erneut nicht in voller Besetzung nach Rheda. Ervin Catic fällt aufgrund seines Patellasehnensyndroms weiterhin aus, während auch hinter weiteren Akteuren zuletzt verletzungsbedingt Fragezeichen standen. Das Trainerteam musste damit erneut auf verschiedene Optionen verzichten und den Kader entsprechend anpassen.
Es war ein Auswärtsspiel, das sich Rot Weiss Ahlen gänzlich anders vorgestellt hatte. Mit sechs Punkten aus den vergangenen beiden Begegnungen war die Mannschaft von Cheftrainer Engin Yavuzaslan nach Rheda gereist. Nach dem 3:1 gegen den SV Rödinghausen II und dem 2:0 in Kirchlengern sollte der positive Lauf beim Tabellennachbarn fortgesetzt werden. Doch davon war am Sonntagnachmittag über weite Strecken zu wenig zu sehen. Rheda präsentierte sich von Beginn an wacher, aggressiver in den entscheidenden Situationen und nutzte die Fehler der Rot-Weissen konsequent aus. RWA hatte zwar immer wieder längere Ballbesitzphasen, entwickelte daraus aber gerade im ersten Durchgang zu wenig Durchschlagskraft.
Früher Rückstand nach wenigen Sekunden
Dabei hätte der Start kaum schlechter verlaufen können. Die Partie war gerade erst angepfiffen, als ein Fehler im Ahlener Spielaufbau den Gastgebern die erste Gelegenheit eröffnete. Rheda schaltete schnell um, brachte Christoph Linnemann in Abschlussposition und dieser nutzte die Chance zur 1:0-Führung in der ersten Spielminute. Ein früher Wirkungstreffer, von dem sich die Rot-Weissen zunächst nicht erholen sollten.
RWA versuchte zwar, Ruhe in das eigene Spiel zu bekommen und über Ballbesitz Kontrolle zu entwickeln, doch Rheda blieb in den entscheidenden Momenten präsenter. Die Gastgeber liefen konsequent an, suchten die Zweikämpfe und machten es Ahlen schwer, Tempo in die eigenen Offensivaktionen zu bekommen. Nach 17 Minuten folgte der nächste Rückschlag. Ein Freistoß aus dem Halbfeld konnte von der Ahlener Defensive trotz mehrerer Möglichkeiten nicht konsequent geklärt werden. Rheda blieb in der Situation hartnäckig, setzte mehrfach nach und schließlich brachte Martin Aciz den Ball zum 2:0 über die Linie.
Damit lief RWA schon früh einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher.
Viel Ballbesitz, zu wenig Gefahr
Auch danach fehlte es dem Ahlener Spiel an der notwendigen Klarheit. Die Rot-Weissen hatten zwar ihre Ballbesitzphasen, fanden gegen die kompakte und aufmerksame Defensive der Gastgeber aber nur selten Lösungen in den gefährlichen Räumen. Eine der besseren Möglichkeiten bot sich Ilias Anan nach rund 25 Minuten. Der RWA-Kapitän kam zum Abschluss, fand seinen Meister jedoch in Rhedas Torhüter Laurin Wiedemann.
Auf der Gegenseite blieb Rheda geradlinig und konsequent. Während Ahlen viel Aufwand betreiben musste, um überhaupt in Abschlusspositionen zu gelangen, benötigten die Hausherren deutlich weniger Aktionen, um Gefahr zu erzeugen. Kurz vor der Halbzeit wurde die ohnehin schwierige Ausgangslage noch einmal deutlich komplizierter. Erneut war es Linnemann, der in der 42. Minute zuschlug und mit seinem zweiten Treffer des Nachmittags auf 3:0 stellte. Mit diesem deutlichen Rückstand ging es in die Kabinen.
FSC Rheda
1. Herren
RW Ahlen
1. Mannschaft
RWA sucht nach der Pause nach einer Antwort
Für den zweiten Durchgang war klar, dass es aus Ahlener Sicht eine deutliche Leistungssteigerung benötigen würde. RWA übernahm weiterhin viel Ballbesitz und versuchte nun häufiger, schneller zum Abschluss zu kommen. Tolga Özdemir hatte nach 53 Minuten eine Gelegenheit, kurz darauf kam auch Mike Lewicki zum Abschluss. Rheda verteidigte den eigenen Strafraum allerdings mit großer Konsequenz. Entweder war Torhüter Wiedemann zur Stelle oder ein Rhedaer Feldspieler bekam noch ein Bein in die Ahlener Versuche.
Es blieb zunächst sinnbildlich für den Nachmittag: RWA investierte, fand aber nicht die letzte Konsequenz, um die Partie noch einmal wirklich zu öffnen. Mit zunehmender Spielzeit reagierte das Ahlener Trainerteam personell. Unter anderem kamen Johny Al Ibrahim und Nick Appelganz in die Begegnung. Auch Heider und Davin Wöstmann standen in der zweiten Hälfte auf dem Platz. Mit den Veränderungen bekam das Ahlener Offensivspiel einen neuen Impuls. RWA agierte nun zielstrebiger, kam häufiger hinter die Rhedaer Defensive und erspielte sich insbesondere in der Schlussphase jene klaren Möglichkeiten, die zuvor über weite Strecken gefehlt hatten.
Aluminium und vergebene Großchancen
Die Rot-Weissen gaben die Partie trotz des deutlichen Rückstands nicht auf und drängten zumindest auf den Anschlusstreffer. Eine der besten Szenen hatte Heider, dessen Abschluss an die Latte ging. Aus Ahlener Sicht bestand dabei der Eindruck, dass der Ball anschließend möglicherweise bereits hinter der Torlinie gewesen sein könnte. Das Schiedsrichtergespann entschied jedoch auf Weiterspielen – der Treffer zählte nicht.
RWA erhöhte in der Schlussphase noch einmal den Druck und kam zu weiteren hochkarätigen Möglichkeiten. Doch an diesem Sonntag wollte der Ball schlicht nicht ins Tor. Besonders bitter war eine Gelegenheit von Johny Al Ibrahim. Der junge Angreifer tauchte frei vor dem Rhedaer Tor auf und hatte seinen zweiten Pflichtspieltreffer für die erste Mannschaft auf dem Fuß. Sein Abschluss ging jedoch denkbar knapp am Pfosten vorbei. So blieb den Rot-Weissen auch der Treffer verwehrt, mit dem die Schlussphase möglicherweise noch einmal zusätzliche Spannung bekommen hätte.
Zu spät ins eigene Spiel gefunden
Nach 90 Minuten stand damit eine deutliche 0:3-Auswärtsniederlage, bei der sich RWA insbesondere über den ersten Durchgang ärgern muss. Der frühe Gegentreffer spielte den Gastgebern in die Karten, doch auch anschließend fand Ahlen nicht die notwendige Antwort. Rheda war in den entscheidenden Situationen griffiger und konsequenter, während es den Rot-Weissen trotz längerer Ballbesitzphasen zu selten gelang, die eigene spielerische Qualität in zwingende Torchancen umzumünzen.
Erst nach den personellen Veränderungen im zweiten Durchgang änderte sich der Charakter der Partie. RWA entwickelte mehr Zug zum Tor und erspielte sich zum Ende hin mehrere Möglichkeiten, um zumindest noch zu verkürzen. Die fehlende Chancenverwertung verhinderte allerdings, dass sich dies auch auf der Anzeigetafel bemerkbar machte. Nach zwei Siegen in Folge endet damit der kleine Ahlener Lauf. Zugleich ist die Niederlage ein deutlicher Hinweis darauf, dass in dieser Westfalenliga Konzentration, Intensität und Konsequenz vom Anpfiff an erforderlich sind.
Für die Rot-Weissen gilt es nun, das Spiel aufzuarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Die Möglichkeiten in der Schlussphase zeigten zumindest, dass sich die Mannschaft auch bei einem deutlichen Rückstand nicht aufgab. Am Ende kam diese Reaktion allerdings zu spät, um an einem insgesamt gebrauchten Nachmittag in Rheda noch etwas am Ergebnis zu verändern.
