Traumstart in die Westfalenliga: RWA feiert 7:1-Heimsieg
Was für ein Auftakt in die neue Westfalenliga-Saison: Rot Weiss Ahlen hat am Freitagabend ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt und den SV Eintracht Ahaus im heimischen Wersestadion mit 7:1 (2:0) besiegt. Nach einer bereits kontrollierten ersten Hälfte steigerten sich die Rot-Weißen nach dem Seitenwechsel noch einmal deutlich und spielten sich phasenweise in einen Rausch. Für einen der spektakulärsten Momente des Abends sorgte Jan Holldack, der zum zwischenzeitlichen 5:0 aus der eigenen Hälfte traf.
Besser hätte der erste Ligaabend der Saison 2026/27 für Rot Weiss Ahlen kaum verlaufen können. Sechs Tage nach dem erfolgreichen Pflichtspielauftakt im Westfalenpokal gegen den SC Münster 08 legte die Mannschaft von Cheftrainer Engin Yavuzaslan auch in der Westfalenliga nach – und das auf eindrucksvolle Art und Weise. Sieben Treffer, drei Punkte und ein gelungener erster Ligaauftritt vor heimischer Kulisse: Der neue RWA zeigte gegen Eintracht Ahaus insbesondere nach dem Seitenwechsel, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.
Anan eröffnet den Torreigen sehenswert
Von Beginn an übernahm Rot Weiss die Initiative und versuchte, die Partie mit viel Ballbesitz und einem kontrollierten Spielaufbau an sich zu ziehen. Ahaus stand kompakt und versuchte, die Räume eng zu halten, doch die Ahlener fanden früh die erste entscheidende Lücke. In der 6. Minute führte eine einstudiert wirkende Eckballvariante zur frühen Führung. Statt den Ball hoch in den Strafraum zu schlagen, wurde die Ecke flach in den Rückraum gespielt. Dort ließ ein Rot-Weisser den Ball clever passieren und Ilias Anan nahm aus rund 20 Metern Maß. Technisch stark zirkelte er den Ball platziert in die Ecke – ein sehenswerter Treffer zum 1:0.
Die Führung gab dem RWA zusätzliche Sicherheit. Die Gastgeber kontrollierten das Geschehen und ließen Ahaus nur selten zur Entfaltung kommen. Gleichzeitig blieb die Mannschaft geduldig und wartete auf die passenden Räume. In der 26. Minute folgte schließlich der zweite Treffer. Tolga Özdemir erhöhte auf 2:0 und sorgte damit bereits vor der Pause für eine komfortable Ausgangsposition. Trotz der Zwei-Tore-Führung war Cheftrainer Engin Yavuzaslan mit dem ersten Durchgang noch nicht vollständig zufrieden. Seine Mannschaft hatte die Partie zwar weitgehend unter Kontrolle, ließ in einigen Situationen aber noch die Konsequenz und das Tempo vermissen, das der Coach sehen wollte. Mit einer verdienten 2:0-Führung ging es schließlich in die Kabinen.
Wir können mit dem Auftritt und natürlich auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. In der ersten Halbzeit hatten wir schon die Kontrolle, aber mir hat in einigen Situationen noch die letzte Konsequenz und Geschwindigkeit gefehlt. Die zweite Halbzeit war dann richtig stark. Wir haben das Tempo erhöht, schneller gehandelt und unsere Möglichkeiten konsequent genutzt. Genau diese Gier möchte ich von meiner Mannschaft sehen. Trotzdem wissen wir, dass wir noch am Anfang unserer Entwicklung stehen und weiter hart arbeiten müssen. Heute dürfen die Jungs diesen Sieg aber genießen – das war ein sehr guter Start in die Liga.
Nach der Pause dreht Rot Weiss richtig auf
Was nach dem Seitenwechsel folgte, war dann eine deutliche Steigerung. Rot Weiss erhöhte das Tempo, agierte entschlossener in seinen Aktionen und brachte die Ahauser Defensive immer stärker unter Druck. Genau die Handlungsschnelligkeit, an der unter der Woche intensiv gearbeitet worden war, war nun deutlich zu erkennen. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff schlug Gianluca Di Vinti erstmals zu. In der 48. Minute erzielte er das 3:0 und nahm Ahaus damit früh die Hoffnung auf eine mögliche Aufholjagd.
Doch der RWA hatte noch lange nicht genug. Zehn Minuten später war es erneut Di Vinti, der den nächsten Angriff erfolgreich abschloss und mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 4:0 stellte. Spätestens jetzt hatte sich Rot Weiss in einen Rhythmus gespielt. Die Mannschaft kombinierte zielstrebig nach vorne, gewann viele entscheidende Duelle und ließ den Gästen kaum noch Möglichkeiten, selbst für Entlastung zu sorgen.
Holldack von der Mittellinie – was für ein Tor!
Und dann kam die 73. Minute. Ein Treffer, über den im Wersestadion wohl noch eine ganze Weile gesprochen werden dürfte. Jan Holldack erkannte die Situation blitzschnell, nahm aus der eigenen Hälfte beziehungsweise aus Höhe der Mittellinie Maß und setzte den Ball tatsächlich zum 5:0 ins Ahauser Tor. Ein außergewöhnlicher Treffer – und zweifellos eine Bewerbung für das Tor des Monats. Der Jubel war entsprechend groß. Ein Tor aus dieser Entfernung sieht man schließlich auch im Wersestadion nicht jeden Freitagabend.
Ahaus verkürzt – RWA antwortet sofort
Ahaus gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht auf und kam in der 78. Minute zum Ehrentreffer. Am Spielverlauf änderte das allerdings nichts. Rot Weiss blieb hungrig. Nur wenige Minuten später stellte Franko Uzelac den alten Abstand wieder her. In der 83. Minute traf er zum 6:1 und belohnte damit einen weiteren konsequent ausgespielten Angriff der Hausherren. Den Schlusspunkt setzte schließlich der Mann, der den Torreigen eröffnet hatte. Ilias Anan traf in der 85. Minute ein zweites Mal und machte mit dem 7:1 das Ergebnis endgültig deutlich. Damit schloss sich an diesem Abend auch der Kreis: Anan erzielte sowohl den ersten als auch den letzten Ahlener Treffer.
RW Ahlen
1. Mannschaft
Eintracht Ahaus
1. Herren

