AUS HEITEREM HIMMEL…
Arminia Bielefeld schießt einmal auf das Ahlener Gehäuse und gewinnt das Spiel, das Ganze gegen eine stark spielende Ahlener Elf. ROT WEISS AHLEN war über weite Strecken das klar bessere Team, investierte viel und ließ beste Chancen liegen. Manch einer im Stadion dachte sich wahrscheinlich schon „ wenn das mal nicht später bitter bestraft wird“. Und das wurde es. In Unterzahl gelang Federico bei schwierigen Platzverhältnissen das entscheidende Tor zu einem schmeichelhaften, wenn nicht sogar unverdienten Sieg.
Machte ein starkes Spiel: Junior Ollé.
Eine der ungenutzten Chancen bot sich den Zuschauern direkt nach wenigen Sekunden. Bröker setzte sich über links gut durch und passte flach vor das Tor von Dennis Eilhoff. Dieser konnte den Ball nicht festhalten, aber Bielefeld hatte Glück: Mo Lartey, der den Vater werdenden Julian Jenner ersetzte, kam einen Schritt zu spät.
In der fünften Minute war es der wiedermal quirlige und technisch starke Momar N´Diaye, der aufgrund der schwierigen Platzverhältnisse nur um Zentimeter das Bielefelder Gehäuse verfehlte. Benny Kern, der sich bei diesem Angriff mit in die Spitze gemogelt hatte, stand knochenfrei neben Momar, ihn anzuspielen wäre wohl die bessere Alternative gewesen, denn Dennis Eilhoff war bereits geschlagen.
Kurze Zeit später, konnte nach einem Eckball vom bärenstarken Alain Junior Ollé Ollé der Schuss von Mohammed Lartey aus dem Gewühl heraus noch kurz vorm Einschlag geklärt werden. Nur wie? Mit einer Hand, die im Sechzehner klar zum Ball geht. Schön geklärt, in feinster Torwartmanier. Eine Bestrafung, gar ein Elfmeter blieb aus. Die Szene wurde vorher abgepfiffen. Niemand weiß bis jetzt warum.
Vor dem Pausentee gab es dann die nächste strittige Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. Thomas Bröker wurde in aussichtsreicher Position, am Rande des Strafraumes glasklar gefoult. Es gab nicht einmal Freistoß.
So ging es mit einem 0-0 in die Pause. Eine Führung für die ROT WEISSEN wäre höchst verdient gewesen.
Sein Kopfball landete in der 53. Minute knapp neben dem Tor. Ahlens Kapitän Marcel Busch.
Danach hatte Kapitän Marcel Busch hatte per Flugkopfball in der 53. Minute die wohl beste Chance, seine Mannschaft an diesem Abend in Führung zu bringen. Nach schöner Flanke von Junior Ollé ging sein Kopfball knapp am Tor vorbei.
Anschließend folgte für jeden Ahlener Anhänger die wohl grausamste Szene des Abends. Nach klarem Foulspiel an Abwehrstratege Nils Döring, der Bielefelder „hält klar und deutlich den Fuß drauf“ als Nils klären wollte, kam der Ball zu Federico, der dann aus 18 Metern die völlig unverdiente Führung für die Arminen erzielte. Torhüter Sascha Kirschstein, der bis dato nahezu beschäftigungslos war, hatte bei dem etwas abgefälschten Ball keine Chance.
Dass Chris Kattango den Schlusspfiff erlebte, hatte er einzig und allein der Nachsicht Guido Winkmanns zu verdanken. Erst landete sein Ellenbogen derart offensichtlich in Momar N´Diayes Gesicht, dass es wirklich jeder im Stadion gesehen haben musste. Später grätschte er Gorschlüter von hinten um, dann Book. Insgesamt gab es für alle drei klaren Situationen nur Gelb. Irgendwie unverständlich. Ist halt eben alles Ansichtssache.
Die ROT WEISSEN warfen in der Schlussphase alles nach vorne, doch dem Team von Christian Hock gelang gegen tiefstehende Arminen gegen Ende einfach zu wenig. Die Kraft ließ nach, wen wundert´s Ahlen hatte fast über die gesamte Distanz lang auf tiefem Geläuf das Spiel gemacht und direkt montags zuvor in München den Sieg errungen.
Schade nur, dass selbst die offensichtliche Sumoring-Einlage an Neuzugang Dusko Stajic kurz vor Schluss im Bielefelder Strafraum nicht geahndet worden ist. Es hat halt nicht sollen sein. Der herbeigesehnte Pfiff blieb aus.
Fazit: Eine glückliche Führung aus heiterem Himmel reichte den Arminen, um im Wersestadion gegen eine gut spielende Ahlener Elf, die Ihre Chancen nicht in Tore ummünzen konnte und ihre Standards nicht nutzte, drei Punkte zu entführen. Die strittigen Situationen werden hoffentlich an anderer Stelle kritisch analysiert. Viele Fußballweisheiten könnten aufgrund dieses Spielverlaufes wieder hervorgeholt werden. Es war das Westfalenderby gegen Arminia Bielefeld im Wersestadion, das Team von Christian Hock holte aus den letzten 3 Spielen 7 Punkte und hatte die Chance, auf den Relegationsplatz zu gelangen. Es kamen 5212 Zuschauer. Bitter und enttäuschend für eine Mannschaft, die in den letzten Wochen nicht mehr Sympathiepunkte hätte sammeln können.
Christian Hock
„In der ersten Hälfte waren wir besser, doch seltsamerweise ist das Spiel mit der Gelb-Roten Karte für Arminia gekippt. Nach dem Rückstand haben wir gekämpft und alles versucht, ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.“
Thomas Gerstner„Die Geschichte ist schnell erzählt: Wir haben den Gegner bestraft, weil er heute uns nicht bestraft hat. Ahlen war annähernd 90 Minuten besser, vor allem in der ersten Halbzeit, und ist nun sicherlich auf dem richtigen Weg, um aus dem Tabellenkeller heraus zu kommen. Uns schweißt der zweite Sieg in Folge untereinander und mit den Fans sicherlich nochmal enger zusammen.“
Kapitän Marcel Busch:„Jeder der mich kennt, weiß, dass mich diese vergebene Möglichkeit selbst am meisten ärgert. Dieses Spiel hat uns heute gezeigt, dass wir uns vor keiner Mannschaft in der 2. Bundesliga verstecken müssen. Ich bin sehr optimistisch.“
ROT WEISS AHLEN: Kirschstein, M. Busch (82. Book), Di Gregorio, Döring, Pelzer (87. Kittner), Lartey (64. Stajic), B. Kern, Gorschlüter, Ollé Ollé, Bröker, N'Diaye
Armina Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Mijatovic, Bollmann, Feick, Kauf, Delura (57. Janjic), Federico, Katongo, Guela (57. Halfar), Fort (86. Rotter)
Tore: 0:1 Frederico (62.)
Zuschauer: 5.212
Schiedsrichter: Guido Winkmann
Assistenten: Dirk Margenberg, René Rohde.
4. Offizielle: Tino Wenkel
Gelbe Karten: di Gregorio - Fort, Janjic, Katongo
Gelb-Rote Karten: Lamey
Rote Karten: keine
Fotos: Henning Wegener
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